Fakten zu Wind-Energie-Anlagen (WEA) im Wald

(Stand 2024)

 

Standorte in Wäldern bieten sich oftmals an, weil aus historischen und ökonomischen Gründen diese Flächen zum Einen ausreichend Abstand zu Siedlungsflächen haben und zum Anderen sehr oft auf Höhen liegen, die eben „windhöffig“ sind.


Da die modernen WEA eine Nabenhöhe von über 150 Meter haben und die Flügel bis zu 70 Meter lang sein können, reichen die Anlagen weit über jede Höhe eines heimischen Waldes hinaus und benötigen daher nur den Platz für ihren Standort und die Zufahrt bzw. Kranstandfläche für Wartungsarbeiten.


Für den Bau werden nur Waldflächen ausgewählt, die bereits über eine Wege-Infrastruktur verfügen und die durch bestimmte Umstände ( wie z.B. Käferbefall ) bereits geschädigt oder entwaldet sind. Damit vermeidet man, dass gesunder Wald über Gebühr in Anspruch genommen wird.


Deutschland verfügt insgesamt über eine Waldfläche von rund 11,4 bis 11,5 Millionen ha. Davon werden rund 80 %, d.h. 9,1 Millionen ha intensiv forstwirtschaftlich genutzt, das bedeutet, dass jährlich genau so viel Holz entnommen wird, wie rechnerischer Zuwachs berechnet wurde. Keinesfalls ist
es also so, dass durch beforstete Wälder ein zunehmender Anteil von CO² gespeichert wird, da es sich dauerhaft immer nur um den gleichen Wald handelt.


Ein Großteil der in der Forstwirtschaft jährlich entnommenen Holzmasse wird als Brennholz verwertet, was dann umgehend zur Freisetzung des bisher gespeicherten CO² führt. Die Forstwirtschaft ist somit im Hinblick auf die Umweltbelastung durchaus kritisch zu sehen, weil es sich im Hinblick auf den
Klimaschutz bestenfalls um einen Schaukel-Effekt handelt.


Für eine WEA wird dauerhaft eine Fläche von ca. 0,46 bis 0,86 ha benötigt.
Das für eine WEA natürlich erforderliche und sehr massive Fundament aus Beton und Stahl hat einen Durchmesser von ca. 24 bis zu 28 Meter. Nach Ablauf der Nutzungsdauer muss es in der Regel zurückgebaut werden, wenn es nicht für andere Dinge verwendet werden kann, z.B. im Rahmen einer Re-Powering, d.h. einer neuen moderneren Anlage.


Zur Zeit stehen in Deutschland rund 2.450 WEA im Wald. Die Gesamtleistung entspricht ca. 6.610 MW. Hierfür wurde eine Waldfläche von ca. 1.130 ha in Anspruch genommen. Das entspricht einem Anteil von weniger als 0,1 % der gesamten Waldfläche.


Die Auflagen aus Naturschutzgründen verpflichten den Investor, dass an anderer Stelle eine mindestens doppelt so große Fläche, wie die in Anspruch genommene, aufgeforstet wird. Wenn man sich die Tatsachen anschaut, erkennt man schnell, dass dieses Verfahren dazu führt, dass statt der ausgefallenen Monokulturen ohne Überlebenschancen dann größere Flächen mit klimaresistenten Baumarten aufgeforstet werden, die sich zu dauerhaften CO²-Speichern entwickeln werden.

 

Das wird per Saldo mehr zum Klimaschutz beigetragen, als durch die einfache Nichtnutzung von Kalamitätsflächen erreicht werden könnte.
Bei den bisher durch Windkraftgegner verbreiteten Zahlen zu durch WEA erschlagenen Vögel und Fledermäuse handelt es sich um reine Schätzungen, die nach Meinung anderer Naturkenner als weit überhöht anzusehen sind. Dass eine gewisse Gefährdung für diese Tierarten von einer WEA ausgeht, ist nicht zu bestreiten. Jedoch ergeben die neuesten Untersuchungen, dass ausgerechnet von den WEA im Wald die geringste Bedrohung z.B. für Greifvögel und Störche ausgeht.


Zum Schutz der Tierwelt sind neuere WEA sogar schon mit Abschaltautomaten bestückt, die auf Annährung von Vögeln reagieren oder bei Vogelzug auch zeitweise ganz abschalten können.


Zwischenzeitlich werden auch die Flügel der WEA farbig gestaltet, wodurch sich ein drehendes Windrad als massive Scheibe im Flugraum eines Vogels darstellt und besser wahrgenommen werden kann, als durch das früher einheitlich verwendete Weiß.


Was vielfach bei der Diskussion zu WEA, und hier halt auch bei WEA im Wald unterschlagen wird, ist ganz einfach die Tatsache, dass sämtliche Flächen Deutschlands irgend jemandem gehören. Und wenn die Öffentlichkeit über ja oder nein zu WEA diskutieren möchte, ist erst einmal zu klären, wer Eigentümer
der für WEA vorgesehenen Fläche ist. Bis jetzt gilt immer noch der Grundsatz, dass der Eigentümer entscheidet, wenn sein Vorhaben den bestehenden Vorschriften entspricht.


Handelt es sich bei dem Eigentümer um jemanden, der Forstwirtschaft betreibt, muss man davon ausgehen, dass Energie-Erzeugung auf seiner Eigentumsfläche ( erst recht bei Pachtverträgen ) ein Mehrfaches an Ertrag bringt, als eine risikobehaftete und zeitmäßig unabsehbare Forstwirtschaft. In
anderen wirtschaftlichen Bereichen werden solche Leute als „gute Geschäftsleute“ bewundert.


Wenn der Wald sich in Gemeinde-Eigentum befindet, ist es nicht verwunderlich, dass die Gemeinden anstreben, mit solchen WEA Einnahmen für den öffentlichen Säckel zu generieren. Leider ist oft feststellbar, dass genau die Gegner der Erneuerbaren Energien auf der anderen Seite zu denjenigen gehören, die immer mit lautstarken Forderungen an die Gemeinden auffallen. Da gilt natürlich immer
noch der alte Grundsatz: ohne mehr Einnahmen sind auch nicht mehr Ausgaben möglich.


Windkraftgegner versteigen sich oft in die Behauptung, Windenergie sei zu teuer, um wirtschaftlich zu sein. Damit widersprechen sie den auf wissenschaftlicher Basis ermittelten Ergebnissen des Fraunhofer Institutes, wonach die Stromgestehungskosten einer WEA niedriger liegen, als bei allen anderen
Energiegewinnungs-Arten. Das heißt auf gut deutsch: Das ist der billigste Strom, den man haben kann!


Die Inanspruchnahme von Teilen der Umwelt ist bei aller Technik der Menschheit unvermeidlich. Deshalb ist es unredlich, ausgerechnet bei langfristiger CO²-freier Energie-Erzeugung mittels WEA ( notfalls auch im Wald ) diese zukunftsfähige Energie-Erzeugung mittels nicht stichhaltiger Argumente
zu diskreditieren.


Bei objektivem Abwägen aller Umstände in Bezug auf WEA im Wald ist festzustellen, dass es sich um eine zukunftsfähige Energie-Erzeugung ohne CO²-Belastung handelt, die von sich aus schon viel besser ist, als alle bisher genutzten Techniken.


Fazit:
Die Gegnerschaft zu WEA im Wald ist geprägt durch rein nostalgische und romantische Sehnsüchte nach einer unberührten Natur. Wenn man versucht, diesen Hintergrund zu verschleiern, aber negative Punkte anführen möchte, ist man auf unzutreffende Behauptungen angewiesen. Da die Windkraftgegner
wissen, dass heutzutage die wirtschaftliche Expertise wichtiger ist, als die Verwirklichung romantischer Sehnsüchte, greifen sie zu unbewiesenen Behauptungen.


Diese Vorgehensweise darf als unredlich beurteilt werden.
Und diese Leute versündigen sich in Wirklichkeit an unserer Zukunft und der Zukunft der nachkommenden Generationen, weil sie mit dem Ausbremsen der Erneuerbaren Energien das Verbrennen fossiler Energien verlängern. Dadurch wirken sie direkt und aktiv an der Verursachung des menschengemachten Klimawandels mit.


Klaus Huber Februar 2026